Fast jeder Mensch kommt früher oder später in seinem Leben einmal in die Situation, dass eine Anschaffung dringend benötigt wird, die eigenen finanziellen Mittel aber nicht ausreichen, um diese zu tätigen. In diesem Fall wird es unumgänglich sein, einen Kredit aufzunehmen. Immer wieder liest man hierbei vom Ratenkredit, vom Privatkredit, vom Darlehen, vom Annuitätendarlehen oder dem Hypothekenkredit. All diese Begriffe bezeichnen jedoch einfach einen Ratenkredit, der mit typischen Merkmalen ausgestattet ist. Lediglich das Annuitätendarlehen verweist darauf, dass die zu zahlenden Raten während der gesamten Laufzeit gleich hoch bleiben. Beim Hypothekenkredit ist die Aussage zu erkennen, dass es sich um einen sehr hohen Kredit, meist für den Hauskauf oder -bau handelt, der mit Hilfe einer Grundschuld abgesichert wird.
Bei der Aufnahme eines solchen Darlehens oder Kredits muss man sich darüber im Klaren sein, dass man sich das Geld von einer Bank oder auch einem privaten Investor nicht kostenfrei leihen kann, sondern dafür Zinsen fällig werden. Zudem wird eine Bonitätsprüfung notwendig, ebenso wie gewisse Sicherheiten.
Die Bonitätsprüfung beim Ratenkredit
Die Bonitätsprüfung erfolgt in aller Regel mit Hilfe der Schufa, Ausnahmen gelten nur für so genannte schufafreie Kredite. Hierfür wird in jedem Kreditantrag die Schufa Klausel aufgenommen, die gesondert unterzeichnet werden muss. Eine weitere Möglichkeit, die Bonität der Antragsteller zu überprüfen, besteht darin, sich die letzten Einkommensbelege anzuschauen.
Bei Arbeitnehmern werden deshalb regelmäßig die letzten drei Lohn- und Gehaltsabrechnungen zur Vorlage verlangt. Bei Selbstständigen und Freiberuflern dagegen wird nach dem letzten Einkommenssteuerbescheid, einer betriebswirtschaftlichen Auswertung sowie Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen gefragt. Anhand dieser Unterlagen werden die Einkünfte ermittelt. Sollten noch weitere Kreditverpflichtungen bestehen, müssen diese regelmäßig angegeben werden. So kann die Bank überprüfen, ob das Einkommen ausreicht, um den Ratenkredit zurückzuzahlen.
Die Sicherheiten beim Ratenkredit
Bei der Wahl der Sicherheiten kommt es immer auf die Bank, den Antragsteller selbst, sowie die Höhe des Darlehens an. Typischerweise wird bei einem Ratenkredit für ein Auto das Auto selbst als Sicherheit angesehen. Erst wenn der Kredit vollständig zurückgezahlt wurde, erhält der Darlehensnehmer auch den Fahrzeugschein. Bei einem anderen, frei verwendbaren Ratenkredit, der auch als Privatkredit bekannt ist, reicht dagegen die Abtretung des Einkommens aus.
Wird ein Haus gekauft oder gebaut, so werden regelmäßig Grundschulden im Grundbuch eingetragen. Die Immobilie selbst stellt dann die Sicherheit dar. Als Sicherheit kommen jedoch genauso ein zweiter Darlehensnehmer, sowie eine Bürgschaft in Frage. Bei letzterer unterscheidet man noch zwischen der selbstschuldnerischen Bürgschaft, sowie der Ausfallbürgschaft.
Letztere findet beim privaten Ratenkredit jedoch kaum Anwendung. Die selbstschuldnerische Bürgschaft hat sich in der Praxis bei weitem mehr durchgesetzt. Sie besagt, dass die Bank den Bürgen in Anspruch für ein Darlehen nehmen kann, wenn der eigentliche Darlehensnehmer nicht mehr zahlt. Dabei muss die Bank nicht erst versuchen, den geschuldeten Betrag vom eigentlichen Darlehensnehmer zu erhalten, sondern kann sich auch ohne vorherige Inkassomaßnahmen an den Bürgen wenden.
Zinsen beim Ratenkredit
Ein entscheidender Punkt beim Ratenkredit sind auch die Zinsen. Sie fallen je nach Bank unterschiedlich hoch aus und sollten deshalb stets gründlich miteinander verglichen werden. Allerdings hängen sie nicht nur von der Bank ab, sondern auch von zahlreichen weiteren Faktoren. Zum Einen spielt die Höhe des Ratenkredits hierbei eine wichtige Rolle, zum Anderen entscheidet die Laufzeit des Darlehens über die Höhe der Zinsen. Ebenfalls entscheidend ist die Bonität des Antragstellers. Je besser diese bewertet wird, desto geringer fallen die Zinsen aus. So erhalten beispielsweise Beamte, die einen äußerst sicheren Arbeitsplatz vorweisen können, in der Regel sehr viel günstigere Zinsen, als normale Arbeitnehmer.
Zusätzlich hängen die Zinsen davon ab, ob sie fest oder variabel vereinbart werden, was insbesondere beim Baudarlehen von Bedeutung ist. Wird ein fester Zinssatz vereinbart, kann die Bank diesen während der gesamten Laufzeit nicht ändern. Dafür erhöht sie den Zinssatz für den Ratenkredit.